Lieber Herr Kraus,
nachdem wir nun schon einige Tage Gelegenheit hatten, uns wieder an zu Hause zu gewöhnen, hier ein kurzer Bericht über unsere Reise:
Quito: Das Hotel Patio Andaluz ist sehr schön, das Personal sehr freundlich und auch das Frühstück reichlich und gut, die Lage mitten in der Altstadt ist perfekt. Trotz allem ist es unserer Meinung nach im internationalen Vergleich ein wenig überteuert, das Zimmer war jetzt nicht so unbedingt das größte/schönste.
Pablo unser Reiseführer war sehr zuverlässig und aufmerksam und hat uns seine Stadt und deren Umgebung mit viel Enthusiasmus gezeigt. Teilweise fast ein bisschen zu aufmerksam, er wollte uns am Ende noch erklären, wie man am Flughafen richtig eincheckt 🙂

Rund um die Sani Lodge war alles perfekt, vom Einchecken in Quito bis zum erneuten Einchecken in Coca. Ich habe hier keinen Vergleich zu anderen Lodges, aber man kann Sani auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen! Sie liegt unbeschreiblich schön „in the middle of nowhere“, noch etwas weiter flussabwärts als die Sacha Lodge (an der wir mit dem Boot vorbeigefahren sind). Die Anreise dauert relativ lange, ist aber spannend, wenn man noch nie einen Amazonas ähnlichen Fluß mit einem kleinen Boot entlanggefahren ist. Nach einer 3-stündigen Bootsfahrt muss man dann ca. 15 min über einen Boardwalk durch den Regenwald gehen – sehr schöne erste Eindrücke – und dann nochmals ca. 15 min in einem Kanu zur Lodge gepaddelt werden. In einer wirklich schönen Lagune liegt dann die Lodge wunderschön quasi mitten im Regenwald. Jeden Tag (auch am Ankunftstag) gibt es verschieden Touren, jeder Gruppe wird ein Hauptguide und ein „Assistent“ zugeteilt, die einen dann die ganze Zeit betreuen – sehr persönlich und individuell, wir waren eine Gruppe von vier Leuten insgesamt. Die Guides sind allesamt Kitchwa und unserer war wirklich perfekt, da er zusätzlich zu seinem „Indianer-Wissen“ auch noch Biologie studiert und zwei Jahre in den USA Englisch gelernt hatte. Es gab fast nichts, was er nicht beantworten konnte. Die anderen Guides kann ich nicht beurteilen, hatte aber den Eindruck, dass alle Gruppen sehr zufrieden waren. Wir hatten hier wirklich eine tolle Zeit, haben viel gesehen und gelernt.

Alles in Allem richtig für Leute, die den Regenwald intensiv kennenlernen wollen und bereit sind, dafür früh aufzustehen (ca. 6:00 jeden Tag), viel zu wandern (12-17 km tgl.), die Ruhe genießen können und keine tägliche Party brauchen – es gibt zwar eine kleine Bar, aber der Bär steppt hier nicht 🙂 Ist aber auch absolut nicht nötig, da man sowieso um 20:00 streichfähig ist 🙂 Die Hütten sind einfach, aber absolut ausreichend, Warmwasserduschen, Strom (nicht 24 h, aber man ist ohnehin unterwegs bzw. schläft).

Nächste Station Galapagos: auch hier hat alles perfekt geklappt, wir wurden in Baltra von unserem Guide vom Flughafen abgeholt und zur Nortada gefahren. Die Nortada kann man Tauchern definitiv auch uneingeschränkt empfehlen. Es ist ein eher kleines Boot, was wir aber eher als Vorteil gesehen haben. Wir waren insgesamt 7 Taucher plus Guide, sowie der Bruder des Tauchbasisbesitzers, der als zusätzlicher Divemaster ausgeholfen hat, aber nicht offizieller Guide war. Tauchen um die Galapagos-Inseln ist nichts für Anfänger, aber das sollte jedem Taucher ohnehin klar sein, bevor er einen Urlaub dorthin plant. Was wirklich schade und leider auch etwas frustrierend war, wofür aber niemand etwas kann (das ist halt die Natur), ist, dass im Moment leider immer noch „El Nino“ sein Unwesen treibt, das Wasser damit einige Grad zu warm ist und die Schulen von Hammerhaien, wegen denen wir dort hauptsächlich Tauchen wollten, deshalb nicht da waren. Auch sonst war von der reichen Unterwasserwelt nur ein Bruchteil zu sehen und die Sicht zum Teil sehr schlecht. Aber wie gesagt – kann ja niemand was dafür.

Das Essen ist ganz ausgezeichnet, ich habe sogar immer extra ein vegetarisches Gericht bekommen (was gar nicht nötig wäre, da es immer viel Gemüse und Salat gibt).
Unser Guide hat sich auch redlich bemüht, uns trotz widriger Umstände (El Nino) ein tolles Programm zu bieten, hat mit uns außerplanmäßige Panga Rides und einen zusätzlichen Landgang gemacht und auch die Route (in Absprache mit der Gruppe) geändert, um bessere Chancen auf Tierbeobachtungen zu haben.
Der Übergang auf die Fragata hat auch super geklappt, wir haben hier gebeten, mit dem Captain Kontakt aufzunehmen, damit wir nicht zum Flughafen und wieder zurück fahren müssen – hat funktioniert, wir durften schon vormittags direkt an Bord der Fragata gehen.
Die Fragata selbst ist schon etwas in die Jahre gekommen und es sieht alles ein wenig alt und schäbig aus – v.a. im direkten Vergleich zur ganz neuen Nortada.

Die Guides waren sehr professionell und wissend und die Führungen sehr interessant. Zusammenfassend kann ich hier berichten, dass es zwar ein schönes Add On war, auch die Landgänge noch zu haben, da wir aber von der Nortada aus aber schon vieles gesehen hatten (was wir aber im Vorfeld nicht wissen konnten), es eigentlich nicht unbedingt nötig gewesen wäre, diesen zweiten Bootstrip noch anzuhängen. Das ist aber unsere rein persönliche Meinung, wenn jemand ein richtiger Tierbeobachtungs-Junkie ist und gerne auch noch jeden 3 cm kürzeren Land-Iguana sehen will, macht es sicher Sinn.

Fazit: Wenn auch nicht ganz so wie erwartet/erhofft (v.a. das Tauchen), war es ein toller Urlaub und perfekt organisiert – vielen Dank nochmal dafür! Es ist wirklich angenehm, wenn alles so gut klappt und man sich um nichts vor Ort kümmern muss.

Mit besten Grüßen aus Linz,
Birgit S.